Vergibt den wichtigsten Kreativ-Preis der öster. Werbebranche: Die Venus. Und für alle, die mehrere gewinnen: Die Mehrzahl von Venus heißt korrekt: Veneres!
Zuverlässiges, rasches Service, sehr gute Druckqualität im Digitaldruck + digitale Stanzungen – wow!
Sonja Krail: immer freundlich, kompetent: So muss Dienstleistung sein!
Misha, der Mann, der am PC alles kann, hat ein neues Standbein: Vermietung von DJ-Equipment, Tonanlagen, Lichtanlagen und Zubehör. Günstig und flexibel.
Vom Inserat in der Zeitung über die Auslage,
das Shopdesign, die
Produktauswahl, -präsentation und Preis, das Aussehen
und Verhalten
der Verkäufer bis zum Kassazettel - alles spricht. Und
schafft eine
Atmosphäre, die den Kunden dazu veranlasst wiederzukommen.
Oder eben nicht.
Paul Watzlawick, Philosoph und
Psychotherapeut hat sein Axiom „man kann nicht nicht
kommunizieren“
in dem Klassiker der Kommunikationswissenschaft „Menschliche
Kommunikation“ 1)
bereits 1967 aufgestellt. Demnach teilen
wir permanent etwas mit –
selbst durch Schweigen oder Ignorieren senden wir unserem
Gegenüber eine Botschaft.
Dies zu wissen verkompliziert zwar den Umgang miteinander,
aber es verschafft uns auch Chancen.
Keep it simpel.
Wir Menschen haben den Drang zum Einfachen (also die meisten
halt ;-). Wir reduzieren Information,
komprimieren sie und fühlen uns dann am wohlsten,
wenn die Botschaften die wir empfangen konsistent sind.
Auf die Verkaufskommunikation übertragen bedeutet das,
dass wir uns bemühen müssen,
einheitliche Botschaften zu versenden. Also in der Werbung
nicht zu versprechen,
was wir nicht halten können, nicht auf Schicki-Micki
machen wenn wir einen Diskont-Shop haben,
nicht mit einem Porsche Cayenne vorfahren und gleichzeitig
den kleinsten Preis versprechen.
Also müssen wir zunächst feststellen:
Wer
bin ich?
Das was man nach außen repräsentieren will, muss
schon innerlich angelegt sein.
Ein Grantler sollte nicht mit „freundlicher Atmosphäre“
werben, ein Schlamperdatsch nicht mit „Liebe zum Detail“.
Die Authentizität oder Wahrhaftigkeit ist ein wesentlicher
Faktor für den Erfolg. Stellen Sie sich folgende Fragen:
"Wer sind wir, was machen wir, was ist unsere Basis,
wie arbeiten wir, was ist unser Ziel?“ 2)
Daraus formulieren Sie Ihr Leitbild gemeinsam mit Ihrem Team!
Aus diesem Leitbild ergibt sich das was wir WerberInnen als
Corporate Identity bezeichnen. Ab nun sollte sich
diese Persönlichkeit wie ein roter Faden durch alle Ihre
Aktivitäten und Verhaltensweisen ziehen.
Wenn Sie also auf Markenprodukte zu gehobener Qualität
und entsprechendem Preis spezialisiert sind,
sollte Ihr Geschäft auch dem entsprechen. Keine Verkäufer
mit weißen Tennissocken,
keine Billigangebote in der Auslage, keine händisch ausgeschnippelten
Preisschilder,
keine Hansi-Hinterseer-Beschallung, keine selbstgestrickte
Website:
Je vollständiger Sie die Erwartungen, die Sie in Ihrem
Kunden geweckt haben, erfüllen,
umso eher nimmt er sein Einkaufserlebnis als „angenehm“
wahr
und kommt wieder!
Die Liebe zum Detail
Je austauschbarer Produkte werden, umso bedeutender
wird der Faktor „Erlebnis“
beim Einkauf bzw. beim Konsum. Brauereien zum Beispiel beschäftigen
eigene Sound-Designer
um das optimale Öffnungsgeräusch der Bierflasche
zu entwerfen. Ähnlich gehen Kekshersteller vor:
Der richtige „Knacks“ beim Hineinbeißen
bringt eben Marktanteile!
(Und nur eine Harley Davidson klingt wie eine Harley Davidson!)
Die Liebe zu sich selbst
Wenn sie nicht gleich einen Sounddesigner beschäftigen
wollen, der das richtige Quietschen
Ihrer Eingangstür designen soll, versuchen Sie´s
mal mit einfachen Maßnahmen,
die schnell ihre Wirkung zeigen (und durchaus auch private
Vorteile bringen): Machen Sie eine Stylingberatung.
Ja, auch als Mann. Vor allem als Mann! Lassen Sie sich von
einer Professionistin Tipps für
die Schaufensterdekoration und die Innenraumgestaltung geben.
Machen Sie ein Sprach- und Stimmtraining.
Wozu? Immerhin laufen über 55% unserer Kommunikation
über die non-verbale Ebene ab,
also über Mimik, Gestik und Körperhaltung. Wer Outfit,
Stimme und Auftreten bewusst schult, hat eine angenehmere,
selbstbewusstere Ausstrahlung – also mehr Charisma.
Und noch was: Gönnen Sie sich
und Ihrem Team einen Einführungskurs in Neurolinguistisches
Programmieren (NLP)! Ihre Kunden,
Ihre MitarbeiterInnen und – nicht zuletzt – Ihr(e)
Partner(in) werden es Ihnen danken!
Die Liebe zum Produkt
Das Schöne am Einzelhandel ist, dass man es mit realen
Produkten zu tun hat, die man sehen,
hören, angreifen, riechen oder sogar schmecken kann.
Nützen Sie diese Situation aus:
Machen Sie das Produkt erlebbar. Wenn Sie eine neue Espressomaschine
verkaufen wollen,
laden Sie Ihre Kunden zur Kaffeeverkostung ein! Wenn Sie die
neuesten B&O-Boxen verkaufen wollen,
laden Sie sie ein, sich das Neujahrskonzert (natürlich
auf CD!) bei Ihnen im Geschäft anzuhören.
Wenn Sie den neuen Plasmabildschirm vorführen möchten,
eignet sich nichts besser als die
Live-Übertragung eine Champions-League-Spiels! Das geht
sogar mit Bügeleisen:
Was spricht gegen einen Hemdenbügelkurs für Männer?
Und all das ist nichts anderes als Eventmarketing –
eben im kleinen Rahmen. Klein aber fein! Weil wir uns ja schließlich
selbst treu bleiben wollen!
1) Paul Watzlawick, Janet H. Beavin,
Don D. Jackson: Menschliche Kommunikation,
Formen, Störungen, Paradoxien, Bern 2000
2) Gerhard Regenthal: Ganzheitliche Corporate Identity, Form,
Verhalten
und Kommunikation erfolgreich steuern, Wiesbaden 2003
Die
Besten der Besten.
Was uns die Großen
voraus haben.
Was für die Automobilindustrie
das Auto des Jahres ist der Gunn-Report
für die Werbebranche. Diese jährliche Liste der
allerbesten Werbekampagnen
und -agenturen wurde vor kurzem wurde im Rahmen der
PUBLICA 05 vorgestellt.
Was wir Kleinen daraus lernen können…
Klar, wir sind nicht Honda. Wir
haben keine zig Millionen Dollar die wir in einminütige
(!!!) TVSpots
stecken können. Wir sind auch nicht Apple und nicht Nike,
haben keine Superstars unter Vertrag
die wir mal lustig vor die Kamera schleppen können. Aber
auch wir machen Werbung. Und ausgezeichnete Werbung funktioniert
en gros genauso wie en detail.
Besser geht's nicht.
Der Gunn-Report wertet jedes Jahr die wichtigsten internationalen
Werbepreise aus
und erstellt eine Liste der allerbesten Werbe-Spots und -Inserate.
Mr. Gunn macht das bereits
seit 1999 und seine zeitliche Zusammenschau verdeutlicht,
dass es mehr oder weniger immer
die gleichen Kunden sind, die ausgezeichnete Werbung beauftragen
und die gleichen Agenturen
die sie hervorbringen. Es muss also gewisse Faktoren geben,
die Brillanz fordern,
fördern und zulassen. Eine Kultur der Exzellenz.
Nach dem Motto:
„Throw away the
good idea. Keep the great.“ (Rich Silverstein)
Woher nehmen, wenn nicht stehlen?
Gute Ideen kommen vor allem dort her, wo Menschen eingefahrene
Pfade verlassen und Konventionen
gebrochen haben. Sie sind nicht dem von Benjamin Franklin
so treffsicher
definiertem Irrsinn anheim gefallen:
„Doing the same thing over
and over
again and expecting different results“
Das beste Beispiel dafür ist sicher
Apple mit seiner Kampagne Think Different. Diese Werbekampagne,
Ausdruck der Denke von Apple-Gründer Steve Jobs, bescherte
dem maroden Konzern 1997 den
Turnaround kurz vor dem wirtschaftlichen Aus (noch vor der
Einführung der iTunes und iPods) 1)
Was aber ist die
„great idea“?
Sucht man die Antwort auf diese Frage im Gunn- Report wird
eines schnell klar: Die großartige Idee
fokussiert auf den einzigartigen Produktvorteil - der durchaus
rein emotional sein kann.
Die Umsetzung dieses Vorteils ist auffällig, ungewöhnlich
und in den meisten Fällen (wirklich) lustig.
Während in TV und Kino echte Geschichten erzählt
werden können, muss das Inserat durch extreme
Reduktion punkten. Großartige Inserate kommen mit einem
einzigen Bild als Botschaft
aus. Sie können in den 2 Sekunden, die uns zur Wahrnehmung
eines Inserates zur Verfügung
stehen verstanden werden. Sie halten uns nicht für blöd,
sie unter-halten uns.
Wofür das ganze?
Weil ausgezeichnete Werbung besser verkauft. Das hat Leo Burnett
schon 1992 nachgewiesen,
als er 400 prämierte Spots auf ihren Erfolg im Markt
überprüfen ließ: 86% dieser Spots waren
erfolgreich (im Vergleich dazu: „normale“ Werbung
ist nur zu 33% erfolgreich).
Einige Jahre später wiederholte Burnett seine Untersuchung
und siehe da: Selbst in härteren
wirtschaftlichen Zeiten ist ausgezeichnete Werbung noch immer
zu 82% erfolgreich! 2)
Und zum Schluss…
verspreche ich, dass die im letzten Heft angekündigte
Story über weitere Maßnahmen der
Verkaufskommunikation ganz sicher beim nächsten Mal drankommt.
1) Nick Baum: Die Think Different-Kampagne,
Präsentation PUBLICA 4/2005
2) Donald Gunn zitiert Leo Burnett, Präsentation PUBLICA
4/2005
Alle
Wege führen nach Rom.
Manche rascher, manche beschaulicher:
Was welche Medien können und was nicht.
Das Medium ist das Transportmittel für
Ihre Botschaft. Wie beim Reisen entscheiden auch
beim Werben die Destination, das Budget und das „Reisefeeling“
über die Wahl des Transportmittels.
Ein Abriss über die Vor- und Nachteile verschiedener
Medien und Werbemittel.
Da sich diese Kolumne an KleinunternehmerInnen
wendet, beschränke ich mich bei der Beschreibung
der Medien auf Realistisches und lasse TV-Werbung und die
meisten Print-Titel außen vor.
(Immerhin kostet eine ganze Seite in der Kronen Zeitung erstaunliche
30.000 Euro – ja Euro!)
Wir brauchen also günstige, regionalisierbare, einfach
umzusetzende Werbemöglichkeiten –
selbstverständlich begleitet von einem Profi.
Print geht auch günstig
Regionalzeitschriften haben– wie ihr
Name schon sagt – den Vorteil, dass Sie nach Bezirken
mutiert werden können. Will ich nur auf der Titelseite
des Bezirksblattes Meidling werben, dann geht das
und ich erspare mir teuren Streuverlust (= dort werben wo
ich nicht will). Außerdem werden diese –
in der Regel kostenlosen – Zeitschriften sehr gut genutzt.
Deren Nachteil ist zweifellos
die meist saumäßige Druckqualität sowie die
geringe Glaubwürdigkeit. Ideal für Promotion-Aktionen
und bezahlte redaktionelle Geschichten.
Plakativ - attraktiv
Plakatwerbung wird kaum von Kleinunternehmen
genützt: Schade eigentlich, denn auch Plakate
können regional gebucht werden. Sie bieten hohe Reichweiten
(werden also von vielen Leuten
oft gesehen), vermitteln den Eindruck von Größe
und Bedeutung. Sie sind ein ausgezeichnetes Medium
um schnell Bekanntheit und Image aufzubauen. Allerdings sind
die Produktionskosten
nicht zu unterschätzen. Außerdem muss die Botschaft
aufs knappeste reduziert werden,
weil die durchschnittliche Betrachtungsdauer bei nur 1 Sekunde
liegt 1).
Radio macht Laune
Seitdem es eine Alternative zum ORF gibt,
macht auch Radiowerbung für Kleine Sinn.
Zwar kann man/frau nur grob nach Regionen und Zielgruppen
splitten, aber dafür bietet der Hörfunk
den unschlagbarsten 1.000-Kontakte-Preis! Radiowerbung eignet
sich ausgezeichnet um Namen
und/oder Slogan rasch zu verbreiten, emotionale Botschaften
zu vermitteln.
Doch Vorsicht: Radio wird nur nebenbei konsumiert, also bitte:
Aufmerksamkeitsstarke Spots statt Einheitsbrei.
(Erinnern Sie sich noch an den unsäglichen UCAR-Batterien-Spot?!
Na eben!)
Flugblatt: Fliegend zum Erfolg
Über 70% der ÖsterreicherInnen
holen sich ihre Infos für die samstägliche Shoppingtour
aus Flugblättern 2)!
Günstig in der Verteilung, kurzfristig einsetzbar, ideal
für Promotion-Aktionen.
Dafür nicht unbedingt was für´s Image.
Direct Mailings – Liebesbriefe an den
Kunden
Die persönliche Ansprache eignet sich
vor allem dann, wenn (gute) Adressen vorhanden sind.
Liebevoll gemacht, personalisiert, als echter „Brief“
getarnt, ersetzt ein gutes Direct Mailing
das Verkaufsgespräch. Ist das Interesse geweckt, können
auch komplexere Inhalte vermittelt werden.
Immer eine Feedbackmöglichkeit einbauen – es heißt
ja nicht umsonst Dialogmarketing.
Gut gemachte Direct Mails sind zwar teuer aber eines der wichtigsten
Instrumente für die Kundenbindung.
www.brauchen-Sie-eine-Website.at
Was für eine Frage im Jahr 2005?! Sicher
brauchen Sie eine Website!
Es sei denn Sie sind Monopolist oder haben einen extrem eingeschränkten
Kundenkreis (weil Sie etwa Urananreicherungsanlagen bauen).
Etwa 65% (!) der 16-54-Jährigen nutzen das Internet.
Davon sind 69% (!) auf der Suche nach Waren und Dienstleistungen3)!
Sie müssen ja nicht
gleich einen Webshop ums ganze Geld einrichten. Aber eine
einfach zu bedienende, aktuelle,
ansprechende Seite mit Kontaktdaten, Öffnungszeiten,
Lageplan, allgemeiner Sortimentsbeschreibung und –
NICHT VERGESSEN – Kontaktformular zum Sammeln von Emailadressen
–
gehört heute einfach zum Guten Ton.
Mittlerweile gibt´s gute Websites „von der Stange“
schon ab 1.000,- Euro.
Und dann gibt´s noch…
Maßnahmen der Verkaufskommunikation,
die nicht in die Kategorie Werbung fallen wie Public Relations,
Event-Marketing, Guerilla-Marketing, Shopdesign, Personal
Selling,… Aber das ist eine andere Geschichte.
Und die steht erst im nächsten Heft.
TIPP
Demnächst online auf www.elektro.at:
1.000-Kontakte-Preise im Vergleich.
1) Schweiger, Schrattenecker, Werbung, 2004,
S. 252
2) Medianet, 4.3.2005, S.7
3) Statistik Austria, 01/05
Wer
nicht (gscheit) wirbt stirbt.
Warum Werbung professionell betrieben
werden muss.
Mit der Werbung ist es wie mit Fußball:
Alle kennen sich aus, alle reden mit. Schlimmer noch:
Während die wenigsten selbst kicken, scheut kaum ein
Kleinunternehmen davor zurück auf eigene Faust
Werbung zu betreiben. Doch das geht leider selten gut. Je
kleiner ein Werbebudget umso besser
muss die Idee sein. Ein Plädoyer gegen den „Pfusch“
in der Werbung.
2,6 Milliarden Euro* wurden im Jahr 2004
für Werbung ausgegeben. Den größten Anteil
steuerte
mit beinahe 20% der Handel bei. Das meiste Geld wird in Anzeigenwerbung
gesteckt, gefolgt von
Direct Marketing-Maßnahmen und TV. Wieviel Geld Kleinunternehmen
in Werbung investieren
wird nicht erhoben – schade. Ein paar Millionen werden´s
schon sein, die da versenkt werden.
Und zwar gerade von jenen, die sich das eigentlich nicht leisten
können: den KleinunternehmerInnen.
Geiz ist – manchmal – geil.
Wenn eine Werbeidee schlecht ist, macht das
so lange nichts, als man nur genug Geld hat,
so lange (und laut) zu trommeln, bis es jedeR gecheckt haben
muss. Doch wenn die Budgets knapp sind,
muss die Werbung umso besser sein. Also geben Sie ihr mühsam
Verdientes nicht für
halbherzige Eigenkreationen aus, sondern lassen Sie Profis
ran. In der Regel haben solche Menschen
eine solide Marketing und/oder Kommunikationsausbildung. Sie
stellen Ihnen die richtigen Fragen,
geben ihre Erfahrungswerte weiter und wissen wie man es auf
jeden Fall NICHT macht.
Natürlich verlangen diese ProfessionistInnen auch Geld
für ihr Know-How. Aber das spielen
Sie an Werbewirkung locker wieder herein. Geiz ist eben –
manchmal – doch geil.
Wer richtig sucht, findet.
Gehen Sie als Kleiner nicht zu den ganz Großen.
Sie sind der 7. Zwerg von links und werden -
wenn überhaupt - von der Assistentin der Assistentin
betreut. Klicken Sie sich etwa auf http://www.horizont.at/katalog/pages/index.prl?id=57
oder auf http://derstandard.at/etat
unter Links
auf „Agenturen“ durch die, die Sie nicht kennen,
und schauen Sie sich die Arbeitsbeispiele an.
Suchen Sie 5 aus, denen Sie Ihre Anliegen mailen. Wetten,
dass Ihnen max. 2 antworten?
Mit denen treffen Sie sich. Geben Sie ehrlich zu dass Sie
nur ein kleines Budget haben.
Die Agentur sollte sich dennoch Zeit für ein persönliches
Gespräch nehmen, Ihnen die Agentur
vorstellen und Ihnen Beispiele vorangegangener Arbeiten zeigen.
(Dabei ist es wichtig immer
die Problemstellung zu kennen, um die Auflösung beurteilen
zu können.)
Dort wo nicht nur die Werbetechnik sondern auch die Chemie
stimmt sollten Sie – vorerst – bleiben
(allerdings sollten Sie sich vorher die Preisliste ansehen!)
Ziele festlegen.
Der wichtigsten Teil Ihrer Arbeit besteht
darin eine Antworten auf die Frage „was will ich
mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln, bei wem,
in welchem Zeitraum erreichen“ zu finden.
Zunächst im stillen Kämmerlein. Dann folgt der Reality-Check
mit den Kommunikationsprofis.
Sobald Sie sich über die Ziele und Rahmenbedingungen
einig sind, kann die Agentur loslegen.
(Achtung: Vereinbaren Sie vorher ein Abstandshonorar –
nur für den Fall, dass es doch nicht klappt.)
Die Kreation
Haben Sie Vertrauen. Denken Sie immer daran:
Es muss nicht Ihnen gefallen, sondern Ihrer Zielgruppe –
und wenn es allen gefällt ist es höchstwahr-scheinlich
durchschnittliches Wischiwaschi
das nichts bewirken wird. Seien Sie mutig. Je kleiner das
Budget umso fetziger muss die Idee sein.
Beurteilen Sie ob das was Sie sehen die von Ihnen vorgegebenen
Rahmen-bedingungen erfüllt.
Überrascht Sie die Idee? Was bleibt hängen, wenn
man nur kurz hinsieht? Ist es verständlich?
Passt das was rüberkommt zu Ihrem Unternehmen? Ist es
einzigartig? Würden Sie damit gerne protzen?
Wenn Sie all diese Fragen mit Ja beantworten können,
sind Sie auf dem besten Weg zu guter Werbung.
Lesen Sie im nächsten
Heft:
Werbung ist mehr. Welche Kommunikationskanäle
gibt es und was können Sie (nicht).
Checkbox: Hören Sie morgens Radio. Abends versuchen Sie
sich zu erinnern
welche Spots Sie sich gemerkt haben und warum.
Lesenswertes:
A. Hiam, Marketing für Dummies,
mitp-Verlag, 2005
G. Schweiger, G. Schrattenecker, Werbung,
UTB Verlag 2001
H. Jung, JR von Matt; Momentum, Lardon
Verlag 2004
Creativ Club Austria-Annual 04, Falter
Verlag
* Quelle: Focus, Werbebilanz 2004
Die
Leiden der jungen Werberin.
Es war einmal eine junge Werberin. Sie hatte sich mit theoretischem
Wissen vollgestopft und wollte voller Tatendrang die Welt
der Werbung auf den Kopf stellen...
Bereits in ihrem ersten Jahr als Praktikantin bei Mang &
Partner (gibt´s heute nicht mehr), gelang es ihr bei
ihrem Chef dem wichtigsten Kunden nachhaltig auf sich aufmerksam
zu machen indem sie ihm – dem Kunden – heißen
Kaffee über die Hose leerte. Nachdem sie das Kaffeekochen
sowie das Tippen von Besprechungsberichten inkl. exzessiver
Tipp-Ex-Anwendung (damals musste sie noch mit einer Schreibmaschine
zurechtkommen) aus dem FF beherrschte, wechselte Sie in
die PR-Branche.
In der Agentur Zembaty folgten erste journalistische Ergüsse
– allesamt Pulitzer-Preis-verdächtig –
vor allem die beiden spannenden Geschichten über Holzstauballergie
und Lärmschwerhörigkeit. Und die erste Begegnung
mit einer Computer-Schreibmaschine! Doch bald kamen Zweifel
auf: Ein ganzes Leben lang für den Österreichischen
Verband der Gefügelproduzenten arbeiten???
Sie wollte doch in die Werbung. Und da kam sie auch hin.
Als Kontaktassistentin bei Krupp & Reischer (gibt’s
heute nicht mehr)! Sie lernte Besprechungsberichte nun am
Computer (Apple!) zu verfassen, Schweizerisch auf Deutsch
zu übersetzen (für Interio), Siebdruck von Offsetdruck
zu unterscheiden und verfasste im stillen Kämmerlein
erste Werbetexte – damals noch völlig unterschätzt
von der KollegInnenschaft. Sie betreute Kunden wie NISSAN,
Interio, BASF. Und dann schrieb sie das erfolgreichste Direct
Mail aller Zeiten: Ein Bewerbungsschreiben, das innerhalb
von 12 Stunden 70% Rücklauf brachte!
Dumm nur, dass sie eigentlich keine Texterin war und nie
eine werden würde, wie ihr einstiger Lektor an der
Uni – ein Herr Tibor Barci – mit Gewissheit
prophezeit hatte. Doch probieren hätte sie schon wollen.
Der nette Herr bei Demner, Merlicek und Bergmann (gibt´s
heute noch) auch, allerdings wollte der nix zahlen –
zumindest die ersten Monate nicht! Schließlich kauft
auch ein Demner keine Katze im Sack.
Also versuchte sie ihr Glück beim Werkstudio (gibt´s
heute nicht mehr). Das längste Vorstellungsgespräch
ihrer Karriere dauerte 3 Tage. Dann war der Chef so mürbe,
dass er aufgab und sie aufnahm. Pharmawerbung... Binnen
kürzester Zeit avancierte sie zur Neurologin, Spezialgebiete
Migräne und Epilepsie, später dann zur Gynäkologin,
Spezialgebiet Hormonersatztherapie. Nur die Verhütungsmittel
betreute eine andere Kollegin, weshalb sie wohl schwanger
wurde...
Neben der Kinderbetreuung verfasste sie weiter Marketingkonzepte
für die Pharmabranche, heimste den einen oder anderen
Werbe- und PR-Preis ein und begann umzudenken.
Soweit um, dass sie 1999 die Werbeleitung von GLOBAL 2000
(gibt´s heute noch) übernahm. In der Folge kaufte
sie sich eine Jahresnetzkarte, schmiss den kompletten Inhalt
ihres Kühlschrankes auf die Sondermülldeponie,
stieg von Weichspüler auf Essig um verwarf die chemische
Verhütung und – bekam ihr zweites Kind.
Logistische Meisterleistungen, eine überaus engagierte
Schwiegermutter ermöglichten schon 6 Monate später
die Rückkehr zu GLOBAL 2000. Diesmal als Marketingleiterin.
Erstmals durfte sie selbst eine Agentur mit der Konzeption
einer Kampagne beauftragen. Es wurde die erfolgreichste
Kampagne des Jahres 2002 – ausgezeichnet mit 5 goldenen
Veneri des CCA. (Veneri ist übrigens die Mehrzahl von
Venus, das wusste sie vorher auch nicht.) Ihre KollegInnen
wussten damit allerdings nichts anzufangen und sägten
heftig an ihrem 2beinigen Sessel – die anderen beiden
Sesselbeine waren für Mann und Kinder nötig. Also
nahm sie ihren Sessel und stellte ihn woanders auf:
Bei DialogDirect (gibt´s heute noch) – einer
Fundraising-Agentur die Geld für die Konkurrenz von
GLOBAL 2000 aufstellt. Nach einem sehr geglückten Homepagerelaunch
und mehrere kleinen, feinen Projekten, dachte sie sich:
Das kann ich auch allein!
Und so kam sie auf die absurde Idee sich selbständig
zu machen: mit der Kleinen Agentur.
Und die gibt’s heute noch – dank Ihnen!